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Der Hund: Reflexion und Analyse

Ich schreibe dieses Buch als Dilletant im klassischen Sinne:

Ein Dilettant (von italienisch dilettante, Partizip Präsens aus dilettarsi, von lateinisch delectari „sich erfreuen“, „sich ergötzen“) ist ein Liebhaber einer Kunst oder Wissenschaft, der sich ohne schulmäßige Ausbildung und nicht berufsmäßig damit beschäftigt. Als Amateur oder Laie übt er eine Sache um ihrer selbst willen aus, also aus Interesse, Vergnügen oder Leidenschaft und unterscheidet sich somit von einem Fachmann. Dabei kann er vollendete Kenntnisse und Fertigkeiten erlangt haben; solange er die Tätigkeit nicht beruflich bzw. für seinen Lebensunterhalt ausübt oder eine anerkannte einschlägige Ausbildung absolviert hat, gilt er als Dilettant. - https://de.wikipedia.org/wiki/Dilettant

Ich habe keine schulische Ausbildung zum Thema “Hund” und beschäftige mich auch nicht beruflich mit dem Hund. Wenn ihnen das wichtig ist, dann ist dies kein Buch für sie. Dieses Buch ist mehr ein Ausdruck meiner großen Liebe zu Hunden und eine kleine Hommage daran, dass ich in der Grundschule Ethologe werden wollte.

Das hat zwei Effekte: Mir werden Fehler passieren, die ein fachlich ausgebildeter Mensch sicher vermieden hätte. Es liegt in der Natur der Sache, dass man als Amateur Fehler macht, die für einen Profi wie selbstverständlich vermieden werden.

Andererseits komme ich ohne die Lasten, die man trägt, wenn man vom Fach ist. Ich kann mit einem Blick von Außen aufwarten und habe keine Angst, irgendwelche Konventionen zu verletzen.

Doch dieses Buch soll für sich stehen und ich scheue keine Kritik. Jede Kritik wird die Qualität der Folgeauflage verbessern. Ich bitte also weder um Schonung, noch verweise ich explizit darauf, dass in der Definition ausdrücklich erwähnt wird, dass auch ein Amateur vollendete Kenntnisse und Fertigkeiten haben kann. Nur darum, das Buch ernst zu nehmen. Lesen sie dieses Buch als Fachmann, wird es für sich ein Leichtes sein, die entsprechenden Fehler mit direktem Verweis auf entsprechende Studien oder das vollständige Argument aufzuzeigen.

Eine interdisziplinäre Abhandlung

Mir geht es um das Phänomen Hund aus der Perspektive des Einzelnen. Als Mensch, der sich für Hunde interessiert, sind die Grenzen der Disziplinen nicht nur uninteressant, sondern gerade zu Ballast.

Doch ich bleibe nicht bei einer zusammenhangslosen Zusammenstellung verschiedener Disziplinen. Ich suche nach einer Einheit des Wissens wie sie E.O. Wilson in einem Buch Concilience: The Unity of Knowledge beschrieben hat. Dabei geht es darum, dass Wissen davon profitiert, wenn es durch unterschiedlichste Methoden und Disziplinen gestützt wird, deutlich zuverlässiger ist.

Daher ignoriere ich die Grenzen zwischen den Disziplinen nicht, sondern nutze sie, um sie in einer Einheit es Wissens zu meine Vorteil zu nutzen. Was ich einige Zeilen oben Ballast genannt habe, ist nun wertvoller Trainingswiderstand, durch den das hier präsentierte Wissen an Robustheit und Stärke gewinnt.

Daher schrecke ich nicht zurück auch die persönlichen Erfahrungen von Züchtern oder Menschen aus dem Tierschutz sehr ernstzunehmen. Ernstnehmen heißt immer auch kritisch sein, heißt aber niemals leichtfertig abtun.

Der Hund in der Welt

Ich suche nach dem Phänomen: Der Hund in der Welt. Sehr viele Bücher versuchen das Phänomen als ein praktisches zu begreifen. Das sind die vielen Erziehungs- und Verhaltensratgeber, die man so kaufen kann. Auch das soll ein wichtiger Aspekt sein, doch will ich mehr. Ich will den Hund wirklich begreifen und mit ihnen zusammen entdecken. Ist es nicht bizarr, dass ein Raubtier, das den Menschen ursprünglich gejagt und gefressen hat, nun sein bester Freund geworden ist? Ich schaffe es nicht, dieses seltsame Phänomen einfach hinzunehmen, als wäre es das Normalste von der Welt.

Ich finde, das Thema ist interessanter, als die vielen Abhandlungen darüber, wie man dem Hund nun am schnellsten das Sitzkommando beibringt oder eine Wiederholung der FCI-Rassenstandards im Rassenüberblick.

Im Hund-Mensch-Gespann spiegelt sich nochmal die ganze Welt wider. Das will ich in diesem Buch auffangen. Es ist in Ordnung, wenn sie ein auf die praktischen Tipps reduziertes Buch suchen. Dann müssen sie woanders suchen.

Vorläufiges Inhaltsverzeichnis

  • Widmung
  • Danksagungen
  • Einleitung
    • Was ist das Hundebuch
  • Einen Hund ins Leben holen
    • Die unterschiedlichen Beziehungen zu Hunden: Kasuistik
      • Lancelot
      • Lotte
      • Oskar
      • Leini
    • Sich selbst als Mensch auswählen (will ich einen Hund?)
    • Einen Hund auswählen
  • Über den Hund als Tierart
    • Paradigma: Der Mensch als Gärtner
    • Bestandsaufnahme
      • Die Hundepopulation
    • Hunderassen vs Typologie
    • Moderne Hundezucht als Sackgasse
      • Wie und warum funktioniert Selektion?
      • Probleme der modernen Hundezucht
      • Manifestationen
        • Vorbemerkung zu meiner Kritik an Hundezucht
    • Traditionelle Hundezucht als Ausweg
      • Altdeutscher Hütehund und andere Gebrauchshunde
    • Integration von Tierschutz und traditioneller Hundezucht
    • Integration von traditioneller und moderne Hundezucht
    • Was können wir vom Wolf über den guten Hundekörper lernen
  • Die Bedürfnisse eines Hundes
    • Nahrung
    • Sicherheit
    • Beziehung
    • Gute Belastung und gute Erholung
  • Die soziale Beziehung
    • Wesen: Orientierung am Halter
    • Sicherheit und Führung
      • Siehe: Dominanz vs Kompetenz in Alphaposition
    • Sympathie
  • Erziehung und Training
    • Selbstentwicklung eines Hundehalters
    • Grunderziehung
    • Trainingsplan
      • Wochenplan
      • Tagesplan
  • Rechtliches
  • Anhang
    • Empfehlungswerte Hundetrainer
    • Literaturempfehlungen
    • Empfohlene Internetquellen

Ressourcen:

Für Persönliches vgl: Meinen Hund

das_hundebuch.txt · Last modified: 2020/08/01 07:13 by sascha